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Standortverlagerung um 350 Meter trotz höherer Miete fair bewerten?
Verfasst: Sa 10. Okt 2026, 08:51
von nmaier
Im Controlling betreue ich 40 Filialen in einer Region. Eine innerstädtische Filiale wurde im Frühjahr um 350 Meter in eine Seitenstraße mit höherer Miete aber modernerer Fläche verlagert. Das Einzugsgebiet überschneidet sich zu etwa 80 Prozent, die Verkaufsfläche wuchs von 800 auf 950 qm. Kassendaten und Frequenzzähler liegen tagesgenau im DWH vor. Der Umsatz liegt seither fünf Prozent über Vorjahr, die Frequenz stagniert jedoch. Wie stelle ich einen sauberen Vorher-Nachher-Vergleich an, der Saisoneffekte und regionale Kaufkraftentwicklung bereinigt? Welche Vergleichsfilialen und Kennzahlen jenseits Umsatz je qm würdet ihr für Deckungsbeitrag II nach Miete heranziehen?
Re: Standortverlagerung um 350 Meter trotz höherer Miete fair bewerten?
Verfasst: Sa 10. Okt 2026, 09:43
von staylor
Der scheinbare Widerspruch erklärt sich aus Fläche und Lage: 19 Prozent mehr Verkaufsfläche und höhere Sichtbarkeit im Laden heben Bon und Umsatz, während die Seitenstraße Passantenfrequenz kostet. Rechnen Sie deshalb konsequent je Besucher und je Quadratmeter nach Miete. Legen Sie im DWH den Standortwechsel als neue Filialversion per Slowly Changing Dimension Typ 2 an, damit Historie sauber getrennt bleibt, und vergleichen Sie tagesgleiche Zeiträume ohne Umzugs- und Aktionswochen. Bilden Sie per Difference-in-Differences eine Kontrollgruppe aus fünf bis acht nicht verlagerten Filialen gleicher Region, Größe und Innenstadtlage. Normieren Sie per SQL auf Öffnungsstunden, Feiertage und Wochentagsprofil und indexieren Sie Umsatz und Frequenz auf Vorjahresbasis. Kernkennzahlen sind Conversion als Bons je Besucher, Durchschnittsbon, Rohertrag je Quadratmeter, Personalkostenquote, Mietbelastung als Miete zu Umsatz sowie Deckungsbeitrag II absolut, je Quadratmeter und je Öffnungsstunde. Prüfen Sie Zählerausfälle, Öffnungszeitenänderungen und Sortimentswechsel, sonst verzerrt der Vergleich.