Aktionsanteil bei der Artikelbewertung herausrechnen?
Aktionsanteil bei der Artikelbewertung herausrechnen?
In unserer Warengruppe erzielen mehrere Artikel über 50 Prozent des Absatzes über Aktionen mit stark reduzierter Spanne. Für die Jahreslistung müssen wir entscheiden, ob wir den Gesamtabsatz oder nur den Basisabverkauf ohne Promotion werten. Aktuell verzerren Bevorratungseffekte und Kannibalisierung innerhalb der Warengruppe das Bild zusätzlich. Mich interessiert, wie ihr in der Praxis zwischen Basis- und Aktionsleistung trennt. Rechnet ihr Aktionsmengen mit Abschlag, nutzt ihr einen bereinigten Deckungsbeitrag pro Woche oder setzt ihr Mindestschwellen für den unbeeinflussten Abverkauf? Welche Kennzahl hat sich bei euch für die Listungsentscheidung bewährt?
Re: Aktionsanteil bei der Artikelbewertung herausrechnen?
Der hohe Aktionsanteil überzeichnet die Drehung, weil Vorratskäufe und Substitution innerhalb der Warengruppe als Mehrverkauf erscheinen, während die Spanne und der Gruppendeckungsbeitrag sinken. Wir trennen im Data Warehouse konsequent Basis und Promotion über einen verbindlichen Aktionskalender mit Artikel- und Filialbezug und kennzeichnen jeden Bon bzw. jede Tagesposition. Für die Listung ist maßgeblich der bereinigte Deckungsbeitrag II pro Normalwoche ergänzt um den inkrementellen Promo-Deckungsbeitrag. Die Baseline ermitteln wir pragmatisch als Median der vier aktionsfreien Vorwochen, den Uplift als Differenz zum Ist während der Aktion. Aktionsmengen werten wir nur zu 30 bis 50 Prozent, wenn sie nachweislich inkrementell sind. Als Schwelle fordern wir mindestens acht bis zwölf Normalwochen mit stabilem Basisabsatz und positivem Stück-DB. Zur Prüfung vergleichen wir die Nachaktionswochen auf Dip-Effekte und die Warengruppen-Performance je Aktionswoche per SQL mit Window-Funktionen, um Kannibalisierung sichtbar zu machen.